1. Nippeser Frauenparlament

Vorbereitungstreffen am 08.02.99

Forderungen und 'Sitzungsunterlagen'


Zum Stand des Projektes gab es zunächst folgendes mitzuteilen:

  • Die Ankündigung der Veranstaltung am 08.03.99 ist im Programmheft des Bürgerzentrums erschienen.
  • Das Frauenparlament wird auf dem Faltblatt des Frauenamtes zu Aktivitäten am Weltfrauentag angekündigt.
  • Die Stadt-Revue will eine Mitteilung bringen und kümmert sich darum, daß unsere Veranstaltung im Tageskalender angekündigt wird.
  • Nachdem wir den Aufruf noch einmal ausgelegt haben, hat es weitere Rückläufe gegeben.

Ausschüsse
 
Die anwesenden Frauen teilten sich auf die vier Ausschußthemen auf und formulierten aus den alten und neu dazugekommenen Kärtchen Forderungen für die Ausschüsse am 08.03.99:

 
 
 
Arbeit
Arbeit
1. Gezielte Frauenförderung (z.B.: Frauen bei gleicher Qualifikation bevorzugen, bis ihr Anteil dem Bevölkerungsanteil entspricht).
2. Rechtliche Absicherung für Teilzeitarbeit (z.B.: absolute Gleichbehandlung in allen Belangen, Sozialversicherungspflicht auch bei geringfügig Beschäftigten)
3. Absolute Gleichbehandlung von Existenzgründerinnen.
4. Erweiterung des Arbeitsrechtes: auch ehrenamtliche Kräfte haben ein Recht auf Arbeitszeugnisse !
5. Bezahlung für Haus- und Kinderarbeit
6. Garantierter Arbeitsplatz nach 3 Kindererziehungsjahren
7. Protest gegen Kindergartengesetz (keine Einsparungen, Gruppengrößen verkleinern)
8. Planungssicherheit für Erziehende bei vom Staat versprochener Kinderbetreuung, damit Alleinerziehende in Würde leben können und Kinder kein Armutsrisiko mehr sind.
9. Hort- und Übermittagsbetreuungsplätze für 30 % der Kinder zwischen 6 und 12 Jahren !
10. Krabbelgruppen aus der Grauzone, aktive Förderung der Eigeninitiative + mehr Plätze für unter-dreijährige Kinder in den Einrichtungen!
11. Schönerer Ort für's KIKU ! (Rücklauf vom Aufruf)
Bildung
Bildung

1. Wir fordern Räume für parteiungebundene, organisierte 'Frauenpower'!

Wir fordern Finanzmittel für ein dezentrales Frauenforum !

Ein Nippeser Frauenforum könnte organisieren:
  • Fortbildungsangebote in Politik, Verwaltung und Recht, ..., in Form von Seminaren, Workshops, Podiumsdiskussionen, ...
  • Frauen-Stammtisch,
  • Austausch zwischen den Generationen,
  • Austausch zwischen den Nationen (wie machen es denn die anderen ?) und Herkunftsländern, ...
Das Frauenforum würde mit anderen Bildungsträgern kooperieren.

Das Frauenforum könnte berufliche Frauennetzwerke unterstützen und neue ins Leben rufen.

Das Frauenforum könnte über neue Medien und Bildungsangebote dazu informieren.

2. Permanente Berücksichtigung mädchenspezifischer Stärken und Schwächen in der Organisation von Schulunterricht (d.h. z.B. nicht immer Koedukation)
Das Frauenforum könnte Angebote für Lehrerinnen entwickeln.
3.Permanente Berücksichtigung mädchenspezifischer Stärken und Schwächen im Schuluntericht als Kriterium bei allen Beurteilungen von Lehrkräften.
 
4. Verpflichtende Bestandteile der Curricula sollen sein: Frauengeschichte, Frauenliteratur, Selbstverteidigung, ...
Das Frauenforum könnte Angebote für Lehrerinnen entwickeln.
5. Aktive Integrationsförderung durch: mehr Deutschkurse für Frauen, Beratungsstellen speziell für Frauen (Lebenshilfe, Weiterbildung, Arbeit), ...
Auch das Frauenforum könnte solche Angebote entwickeln.
6. Wir fordern mehr Räume für Frauen !
Das Frauenforum könnte Räume für Frauenprojekte (Kultur, Freizeit, ...) zur Verfügung stellen.
7. Mehr Frauen in der Politik !
Das Frauenforum könnte informieren über Beteiligungsmöglichkeiten am (kommunal-) politischen Geschehen.
8. Wir fordern eine geschlechter-gerechte Sprache!
Das Frauenforum könnte sensibilisieren hinsichtlich frauendiskriminierender Sprache und eine frauengerechte Sprache benutzen und fördern.
9. Wir fordern Mädchenförderung in technisch-gewerblichen Berufen (Ausbildungsplätze, Prakti kumsplätze, ...)
Das Frauenforum könnte über entsprechende Angebote informieren.
10. Wir fordern die gerechte Verteilung von Ausbildungsplätzen (z.B. durch Quoten ?) !
Das Frauenforum könnte Mädchen bei der Ausbildungsplatzsuche unterstützen.
11. Wir fordern Erleichterungen für studierende Mütter (z.B. Kinderbetreuungsmöglichkeiten, Still-/ Wickel- / Ruheräume an der Universität, angemessenen Veranstaltungszeiten ...)
Das Frauenforum könnte studierende Mütter unterstützen (durch Angebote von Kinderbetreuung, Hausaufgabenhilfe, Spielgruppen, ...)
12.Wir fordern eine Frauen-Universität.

Wir fordern die Einrichtung von Studiengängen zur Frauen- / Geschlechterforschung.
 
13. Wir fordern die konsequente Realisierung des § 611 b, BGB, Stellenausschreibungen müssen sich an Frauen und Männer richten.
 
Armut
Armut
1. Verpflichtender Bestandteil der Curricula an weiterführenden Schulen sollen sein: Familienrecht, Sozialrecht, Umgang mit Geld, Krediten etc. ...
2. Niedrigste Quote an Aushilfskräften als weiteres Kriterium für Vergaben einführen !
3. Höhere Renten für Kindererziehungszeiten !
4. Ausreichende dezentrale Beratung in Gelddingen bei Pflegebedürftigkeit !
5. Gemeinsame Unterkünfte für obdachlose Paare !
6. Mehr Aufklärung und mehr Info-Material über 'Sozialhilfe - Ihr gutes Recht ' und mehr KundInnenorientierung beim Sozialamt !
Lebensraum
Lebensraum
1. Parkplätze der Großmärkte öffentlich machen und dafür Straßen autofrei machen.
2. Anlieferdienste per Fahrrad als Ersatz für Stellplätze gelten lassen.
3. Car-Sharing und Minibusse aktiv fördern, damit immer weniger Autos in der Stadt fahren.
4. Kürzere Bus- und Bahntakte !
5. Nach 20.00 Uhr Busstop nach Bedarf - zusätzlich zu den Haltestellen !
6. Job-Tickets für alle Kölner SchülerInnen an weiterführenden Schulen.
7. Betreutes Wohnen für SeniorInnen dezentral (z.B. auch in Nippes !) und bezahlbar !
8. U-Bahnstationen müssen immer 2 Ausgänge je Bahnsteig haben.
9. Mehr Licht, mehr deutlich erkennbare Notrufeinrichtungen und mehr Kontrolle an Bus- und Bahnhaltestellen und öffentlichen Plätzen.
10. Durch Umwandlung ungenutzter Flächen (z.B. unter der Hochbahn) mehr Grünflächen, mehr Platz zum Spielen und Verweilen schaffen!
11. Gesetzliche Verpflichtung der HundeführerInnen zur sofortigen Entsorgung des Kotes innerhalb von Ortschaften und öffentlichen Einrichtungen.
12. Bus- und Bahnhaltestellen kinderwagen- und behindertengerecht ausbauen.
13. Breitere Gassen auf dem Nippeser Markt !
14. Anerkennung der Prostitution als Beruf.

 

Veranstaltung

Der Entwurf eines Folders für die Einladung wurde angenommen. Die anwesenden Frauen trafen Verabredungen für das Auslegen des Folders und Aushängen von Plakaten im Stadtbezirk. Natürlich wird wieder die Presse informiert und werden alle Schulen, Kindergärten, Kirchengemeinden, Vereine, Initiativen, Parteien etc. auf Stadtbezirksebene angeschrieben.

Die Frage, wie die Teilnehmerinnen des Frauenparlamentes während des Stehcafés am besten die schon erarbeiteten Forderungen kennenlernen könnten, wurde gemeinsam so gelöst, daß für jeden Ausschuß ein Stehtisch eingerichtet wird, auf dem ein Wimpel Name und Symbol des Themas ausweist. Auf dem Tisch befinden sich außerdem die Forderungen auf Kärtchen in Kästchen zum Herausnehmen und Sammeln. Ein Kästchen mit leeren Kärtchen ist selbstverständlich ebenfalls auf jedem Tisch zu finden. Zusätzlich hängen die Forderungen in der Nähe des jeweiligen Stehtisches aufgelistet an der Wand. Die Moderatorinnen der Ausschüsse aus der Vorbereitungsgruppe halten sich ebenfalls an den Stehtischen auf, um Fragen zu beantworten und ein erstes Kennenlernen zu ermöglichen.

In den Ausschüssen werden dann die vorbereiteten und ggf. neuen Forderungen diskutiert. Alle Forderungen, über die Einigkeit erzielt werden konnte, werden dann durch die Ausschußmitglieder auf Pinwänden im Plenum präsentiert. Die Ausschußmitglieder übergeben dann die Forderungen, welche das Plenum beschlossen hat, den zuständigen Politikerinnen auf den jeweiligen Kärtchen.


Das 1. Nippeser Frauenparlament fand am 08. März 1999 statt.
Hier ist die Einladung.

Aktuelles Frauenparlament
Kölner Frauenparlamente - Doku
Nippeser Frauenparlamente - Doku